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Wie viel verdient ein Escort in der Schweiz?

Published byMia Laurent
31. Juli 2026

Wie viel verdient ein Escort in der Schweiz?

 

Marktüblich liegen die Stundensätze für Escorts in der Schweiz zwischen 300 und 800 Franken. Zürich und Genf tendieren zum oberen Ende, ländliche Regionen zum unteren. Für längere Buchungen, Dinner-Dates oder Übernachtungen gelten eigene Preisstrukturen.

 

Wichtiger als die Zahl selbst: Der Stundensatz ist nicht der Lohn. Wer 500 Franken pro Stunde verlangt und acht Buchungen im Monat hat, macht 4'000 Franken Umsatz. Davon gehen Gebühren, Abgaben und Rückstellungen weg. Die Auslastung bestimmt den Verdienst, nicht der Tarif auf dem Profil.

 

In Medienberichten stehen oft deutlich tiefere Zahlen. SRF berichtete über Preisdruck und kantonale Unterschiede im Sexgewerbe, mit Preisen weit unter dem, was Escorts verlangen. Der Grund: Diese Berichte beschreiben vor allem Strassenstrich und Salons. Escort ist ein anderes Segment. Bezahlt wird Zeit, nicht ein einzelner Akt. Dazu kommen Diskretion und ein anderer Rahmen. Das erklärt die Differenz, ohne sie schönzureden.

 

 

Was bleibt netto übrig?

 

Von 4'000 Franken Umsatz bleiben nach Abzügen und Rückstellungen rund 2'600 bis 3'000 Franken. Die einfache Rechnung sieht so aus:

 

PositionCHF/Monat
Umsatz (8 Buchungen à CHF 500)4'000
Plattform- und Werbekosten− 550
Rückstellung AHV/IV/EO− 300
Rückstellung Steuern− 500
Bleiben rund2'650

 

Die Rückstellungen sind Schätzwerte. Die AHV rechnet auf dem Reingewinn nach Abzügen, die Steuern hängen von Kanton und Situation ab. Auch die Plattform- und Werbekosten variieren, je nachdem, wo und wie du arbeitest. Die Grössenordnung stimmt trotzdem: Vom Umsatz bleiben nach allen Pflichten etwa zwei Drittel.

 

Nicht eingerechnet sind private Kosten wie die Krankenkasse und deine Geschäftskosten, etwa Fotos oder eine Incall-Unterkunft. Die fallen unabhängig davon an, wo du inserierst.

 

 

Welche Kosten fallen an?

 

Drei Kostenblöcke betreffen jede Escort, egal auf welcher Plattform: Plattform- und Werbekosten, AHV und Steuern.

 

Plattform- und Werbekosten umfassen alles, was deine Sichtbarkeit kostet: Vermittlungsgebühren, Inserate, Listings. Je nach Anbieter und Modell sind das ein fester Monatsbetrag, ein Prozentsatz pro Buchung oder beides. Im Beispiel oben sind dafür 550 Franken eingesetzt.

 

Als Selbständige zahlst du AHV, IV und EO selbst. Der volle Satz von 10 Prozent gilt erst ab einem Jahreseinkommen von 60'500 Franken. Darunter greift eine sinkende Skala bis 5.371 Prozent, der Mindestbeitrag ist 530 Franken pro Jahr. Die Details stehen im Merkblatt 2.02 der AHV. Bei einem Teilzeit-Einkommen liegt dein Satz also unter den oft zitierten 10 Prozent.

 

Dein Verdienst ist steuerpflichtig, in jeder Arbeitsform. Wie Anmeldung, Abrechnung und Quellensteuer funktionieren, steht im Artikel über Steuern und AHV. Beratung dazu gibt es beim Netzwerk ProCoRe. Dazu kommen deine Geschäftskosten, von Fotos bis zur Unterkunft. Wie du sie sauber erfasst, zeigt der Artikel über die Selbständigkeit als Escort.

 

 

Wovon hängt der Verdienst ab?

 

Fünf Faktoren bestimmen, was am Ende zusammenkommt: Region, Profilqualität, Verfügbarkeit, Stammkunden und Bewertungen.

 

  • Region: In Zürich, Genf und Basel sind die Sätze höher und die Nachfrage dichter. In ländlichen Regionen liegt beides tiefer.
  • Profilqualität: Gute Fotos und eine klare Beschreibung bringen Anfragen. Schwache Profile bleiben unsichtbar, egal wie der Tarif angesetzt ist.
  • Verfügbarkeit: Wer nur am Wochenende buchbar ist, verdient weniger als jemand mit flexiblen Zeiten. Banal, aber der grösste Hebel.
  • Stammkunden: Wiederkehrende Kunden buchen länger und verhandeln nicht. Sie sind planbarer Umsatz.
  • Bewertungen: Reviews bauen Vertrauen auf, bevor der erste Kontakt überhaupt stattfindet.

 

Was du aus diesen Faktoren machst, ist Preisstrategie. Wie du deine Tarife strategisch statt emotional festlegst, steht im eigenen Artikel.

 

 

Wie setzen sich die Plattform-Kosten auf gingr.ch zusammen?

 

Auf gingr.ch bestehen die Plattform- und Werbekosten aus zwei Teilen: dem Profile Listing und der Service Fee. Das Listing kostet 79 Franken pro Monat als Abo oder als Pack ab 8 Franken und macht dein Profil im Grid sichtbar. Nach der ersten Profilfreigabe sind die ersten sieben Tage gratis. Die Service Fee hängt vom Arbeitsmodell ab. Bei einer Buchung von 500 Franken sieht das so aus:

 

ModellAbzugGutschrift
Core PlanKeine Service Fee, Zahlung direktCHF 500
Self-Employed12% Service Fee (CHF 60)CHF 440
Employment15% Service Fee (CHF 75)CHF 425

 

Im Employment kommt eine Anstellungsgebühr von 50 Franken pro Monat dazu. Sie deckt die Lohnabrechnung über QUITT.ch. Was das im Beispielmonat heisst: Im Core Plan zahlst du nur das Listing von 79 Franken. Im Self-Employed sind es mit Service Fee rund 14 Prozent vom Umsatz, im Employment rund 18 Prozent, dafür sind dort AHV und Lohnabrechnung schon erledigt. Alle Details stehen in den Plattform-Kosten im Überblick.

 

Ein Posten fehlt bewusst: die Anfahrt. Bei Outcalls zahlt der Kunde die Reisekosten von 1.79 Franken pro Kilometer. Bei dir wird nichts abgezogen.

 

 

Verdiene ich angestellt weniger?

 

Brutto ja, netto kaum, und abgesichert bist du besser. Im Employment gehen 15 Prozent Service Fee und 50 Franken pro Monat weg, im Self-Employed nur 12 Prozent. Dafür sind im Employment die Sozialabgaben und die Lohnabrechnung enthalten, beim befristeten Modell E2 zusätzlich die Quellensteuer. Als Selbständige zahlst du die AHV selbst und kümmerst dich um die eigene Abrechnung.

 

Rechnet man das auf den Beispielmonat mit 4'000 Franken Umsatz um, schrumpft der Brutto-Vorsprung der Selbständigkeit auf wenige hundert Franken oder kehrt sich um. Dazu kommt, was sich nicht in Franken zeigt: ein Lohnausweis, der bei der Wohnungssuche oder beim Kredit hilft. Den Vergleich der drei Modelle findest du bei den Arbeitsmodellen im Guide.

 

 

Häufige Fragen

 

Muss ich meinen Verdienst versteuern?

Ja, in jeder Arbeitsform. Wie das praktisch geht, von der Anmeldung bis zur Quellensteuer, steht im Artikel über Steuern und AHV für Sexarbeitende.

 

Wie schnell kommt die erste Buchung?

Das variiert, von wenigen Tagen bis zu mehreren Wochen. Die Profilqualität zählt dabei mehr als Glück. Wie du dein Profil einrichtest, hat direkten Einfluss darauf.

 

Kann ich davon leben?

Das hängt von deiner Auslastung ab. Bei acht Buchungen à 500 Franken bleiben netto rund 2'600 bis 3'000 Franken im Monat. Ob das reicht, hängt an deinen Lebenskosten. Ein Versprechen wäre unseriös.

 

Setze ich meine Preise selbst?

Ja, immer. Du kannst deine Tarife festlegen und jederzeit anpassen. Niemand redet dir da rein.

 

 

Zusammengefasst

 

  • Marktüblich sind 300 bis 800 Franken pro Stunde. Der Verdienst hängt aber an der Auslastung, nicht am Tarif auf dem Profil.
  • Von 4'000 Franken Umsatz bleiben nach Plattform- und Werbekosten, AHV und Steuern rund 2'600 bis 3'000 Franken netto.
  • Der Brutto-Vorteil der Selbständigkeit schrumpft netto, weil AHV und Abrechnung selbst getragen werden. Im Employment sind sie enthalten.
  • Profilqualität und Verfügbarkeit bewegen den Verdienst stärker als der Stundensatz allein.

 

Wenn du wissen willst, wo du stehst: Starte mit deinem Profil, leg deine Tarife fest und rechne mit deinen eigenen Zahlen. Die Registrierung kostet nichts.

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