Richtlinie zur Inhaltsüberwachung

Auf gingr.ch ist sichtbar, was geprüft wird und nach welchen Regeln. Diese Richtlinie beschreibt, wie Inhalte auf der Plattform kontrolliert werden, welche Inhalte unzulässig sind und wie bei Verstössen vorgegangen wird.

 

Ergänzend gelten die Anti-Trafficking-Richtlinie, die Verifikationsrichtlinie und die Datenschutzerklärung.

 

Geltungsbereich

Die Richtlinie gilt für alle Inhalte auf gingr.ch:

  • Escort-Profile (Texte, Bilder, Videos, angezeigte Verifizierungsdaten)
  • Inhalte hinter kostenpflichtigen Bereichen
  • Bewertungen und Reviews
  • Chat-Kommunikation
  • sämtliche von Nutzern oder Partnern eingereichten Medien

 

Sensible Daten wie KYC-Informationen, Gesundheitsangaben, Zahlungsdaten oder Identitätsdokumente werden nie öffentlich angezeigt.

 

Rechtliche Grundlage

Massgebend ist Schweizer Recht, insbesondere das Strafgesetzbuch (unter anderem Art. 182 StGB zu Menschenhandel, Art. 197 StGB zu harter Pornografie einschliesslich der Darstellung Minderjähriger), das Datenschutzgesetz (DSG) und das Urheberrechtsgesetz (URG).

 

Soweit anwendbar, gelten zusätzlich die EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) sowie die einschlägigen internationalen Konventionen zum Schutz vor Ausbeutung und Menschenhandel.

 

Verbotene Inhalte

Die folgenden Inhalte sind auf gingr.ch strikt untersagt und werden entfernt:

  • Menschenhandel, Zwangsprostitution, Ausbeutung oder jede Form von Zwang
  • Jegliche sexuelle Handlungen unter Beteiligung Minderjähriger (unter 18 Jahren)
  • Inhalte, die Personen sexualisieren, die minderjährig erscheinen oder wirken
  • Nicht-einvernehmliche sexuelle Inhalte, heimliche Aufnahmen, Revenge Porn oder Inhalte ohne informierte Zustimmung aller Beteiligten
  • Darstellungen von Gewalt, Drohung, bewusstlosen oder stark beeinträchtigten Personen
  • Sexuelle Inhalte mit Tieren, Inzest sowie extrem fetischistische Inhalte, die gegen Schweizer Recht verstossen
  • Darstellung illegaler Substanzen oder krimineller Aktivitäten
  • Pornografisches Material, das gegen Schweizer Strafrecht oder internationale Verträge verstösst
  • Offenlegung persönlicher Daten anderer Nutzer wie Name, Adresse, Telefonnummer, Bankdaten oder KYC-Informationen
  • Kontaktdaten der Escort ausserhalb der dafür vorgesehenen Profil-Felder
  • Verweise auf externe Zahlungswege, die den Buchungsprozess umgehen
  • Hassrede, Diskriminierung, extremistische Symbole oder Verletzungen der Persönlichkeitsrechte Dritter
  • Urheberrechtlich geschützte Inhalte Dritter ohne Nutzungsrecht

 

Gegenüber Darstellungen sexuellen Missbrauchs von Kindern (CSAM) gilt Nulltoleranz. Jeder identifizierte Fall wird sofort gesperrt und gemäss Anti-Trafficking-Richtlinie an die zuständigen Behörden gemeldet.

 

Prüfung von Profil-Texten

Alle Texte auf einem Escort-Profil werden vor Veröffentlichung manuell geprüft. Gegenstand der Prüfung sind unter anderem:

  • Übereinstimmung mit der Plattform-Terminologie (Escort, nicht andere Begriffe)
  • Keine Kontaktdaten (E-Mail, Telefon, externe Messenger, Social-Media-Handles) im freien Profiltext
  • Keine Verweise auf externe Zahlungswege oder Umgehung von Secure Booking
  • Keine Angaben, die auf Zwang, Abhängigkeit oder Steuerung durch Dritte hindeuten
  • Keine diskriminierenden, herabwürdigenden oder rassistischen Formulierungen
  • Angaben zu Preisen, Services und Verfügbarkeiten ausschliesslich in den dafür vorgesehenen Plattform-Feldern

 

Prüfung von Bildern und Videos

Profilbilder und Profilvideos werden vor Veröffentlichung manuell geprüft. Geprüft wird insbesondere:

  • Übereinstimmung der abgebildeten Person mit dem im KYC verifizierten Profil (Voraussetzung für die Kennzeichnung Content Verified)
  • Keine Darstellung Minderjähriger, auch nicht im Hintergrund
  • Keine Abbildung Dritter ohne deren erkennbare Einwilligung
  • Keine urheberrechtlich geschützten Stockbilder, Filmstills oder Fremdinhalte
  • Keine Markenzeichen, Logos oder geschützten Symbole Dritter
  • Keine Deepfakes oder KI-generierten Darstellungen, die eine reale Person vortäuschen
  • Keine Gewaltdarstellungen oder Inhalte, die gegen Schweizer Strafrecht verstossen

 

Inhalte hinter kostenpflichtigen Bereichen

Inhalte, die nur nach Freischaltung sichtbar sind, unterliegen denselben Regeln wie öffentliche Inhalte. Sie werden mittels automatisierter Prüfungen und gezielter manueller Stichproben kontrolliert.

 

Stichproben erfolgen risikobasiert, häufiger bei neuen Profilen und bei Profilen mit Beanstandungen.

 

Bewertungen und Reviews

Bewertungen stammen ausschliesslich aus Buchungen, die tatsächlich über die Plattform abgeschlossen wurden. Sie werden moderiert, bevor sie öffentlich erscheinen.

 

Entfernt werden Bewertungen, die:

  • persönliche Kontaktdaten offenlegen
  • diskriminierende, herabwürdigende oder rassistische Aussagen enthalten
  • explizit-pornografische Beschreibungen enthalten, die über das sachlich zulässige Mass hinausgehen
  • offensichtlich falsche oder rufschädigende Behauptungen enthalten
  • von Personen stammen, die nicht an der Buchung beteiligt waren

 

Chat-Kommunikation

gingr.ch setzt im Chat automatisierte Werkzeuge ein, die Nachrichten in Echtzeit auf definierte Risikosignale prüfen, bevor sie dem Gegenüber zugestellt werden.

 

Geprüft wird beispielsweise auf Hinweise auf Belästigung, Selbstverletzung, Betrugsmuster und auf den Austausch persönlicher Kontaktdaten (Telefonnummern, externe Links).

 

Je nach Kategorie kann die Nachricht automatisch markiert, maskiert oder entfernt werden. Links werden entfernt, Telefonnummern werden maskiert.

 

Eine inhaltliche Prüfung durch das Safety-Team erfolgt, wenn eine Nachricht gemeldet wird oder wenn ein automatisches Risikosignal ausgelöst wurde. Der private Inhalt eines Gesprächs wird nicht darüber hinaus gelesen.

 

Bei begründetem Verdacht auf Menschenhandel, Ausbeutung oder CSAM werden Chat-Inhalte als Beweismittel gesichert und gegebenenfalls an die Behörden übermittelt, wie in der Anti-Trafficking-Richtlinie beschrieben.

 

Automatisierte Prüfwerkzeuge

Ergänzend zur manuellen Moderation setzt gingr.ch automatisierte Werkzeuge ein. Diese können unter anderem erkennen:

  • bekannte illegale Bild-Hashes, insbesondere aus CSAM-Datenbanken, sobald die entsprechende Integration abgeschlossen ist
  • verdächtige Muster in Buchungs- und Registrierungsdaten
  • wiederholte Meldungen oder Verhaltensindikatoren für Ausbeutung

 

Automatisierte Werkzeuge ersetzen die menschliche Prüfung nicht. Jede Sperrung oder Entfernung erfolgt auf Basis einer menschlichen Entscheidung, sofern es sich nicht um unmittelbare, vordefinierte Schutzmassnahmen handelt (zum Beispiel das Maskieren von Telefonnummern oder das Entfernen von Links im Chat).

 

Meldekanäle

Verstösse können jederzeit gemeldet werden, anonym oder mit Identifikation:

  • Meldeformular direkt auf dem Profil
  • Live-Chat (24/7) auf der Plattform
  • E-Mail an abuse@gingr.ch
  • Help Center

 

Meldungen mit Verdacht auf Menschenhandel, Ausbeutung oder Minderjährige werden mit höchster Priorität behandelt.

 

Reaktion und Eskalationsstufen

Bei festgestellten Verstössen entscheidet gingr.ch nach Schweregrad, Wiederholungsfall und Gefährdungslage:

  • Warnung und Entfernung des beanstandeten Inhalts
  • Funktionsbeschränkung (z. B. keine Buchung, kein Chat)
  • vorübergehende Kontosperrung
  • permanente Kontoschliessung
  • Meldung an die zuständigen Behörden

 

Bei Verdacht auf Menschenhandel, Ausbeutung, Beteiligung Minderjähriger oder organisierte Kriminalität wird der Fall eskaliert und in Zusammenarbeit mit den zuständigen Schweizer Stellen bearbeitet. Details stehen in der Anti-Trafficking-Richtlinie.

 

Einspruchsverfahren

Gegen Moderationsentscheidungen können Betroffene Einspruch erheben.

 

Der Einspruch erfolgt schriftlich an support@gingr.ch oder über die Kontaktfunktion im Konto. Das Einspruchsverfahren umfasst:

  • Bestätigung des Eingangs durch gingr.ch
  • Prüfung durch eine zweite, unabhängige Person aus dem Safety-Team
  • schriftliche Begründung der Entscheidung
  • bei abgelehntem Einspruch die Möglichkeit einer weiteren Prüfung durch den Compliance-Verantwortlichen

 

Keine Möglichkeit eines Einspruchs besteht in Fällen mit rechtlich zwingender Sperrung, insbesondere bei CSAM, bestätigter Fälschung von Identitätsdokumenten oder behördlicher Anordnung.

 

Menschliche Prüfung bei automatisierten Entscheidungen

Wenn eine Einschränkung oder Sperrung primär auf automatisierten Signalen beruht, kann die betroffene Person eine menschliche Überprüfung verlangen. Die Anforderung erfolgt über support@gingr.ch und wird gemäss Einspruchsverfahren behandelt.

 

Schulung und Sensibilisierung

Alle Mitarbeitenden in Moderation, Support, Produkt und Compliance erhalten regelmässig Schulungen zu:

  • Schweizer und EU-Rechtslage zu Erwachseneninhalten
  • Erkennung von Indikatoren für Menschenhandel und Ausbeutung
  • Datenschutz, Datensicherheit und Nutzerrechten
  • internen Eskalations- und Meldeprozessen

 

Bei Bedarf werden Workshops mit NGOs oder Fachstellen durchgeführt.

 

Zusammenarbeit mit Behörden und Fachstellen

gingr.ch arbeitet bei rechtlicher Verpflichtung oder begründetem Anlass mit Schweizer Strafverfolgungsbehörden, internationalen Ermittlungsstellen, anerkannten NGOs und Opferschutzorganisationen zusammen.

 

Daten werden ausschliesslich dann weitergegeben, wenn dies gesetzlich zwingend ist oder dem Schutz potenzieller Opfer dient. Details stehen in der Anti-Trafficking-Richtlinie.

 

Vertraulichkeit und Datenschutz

Alle Moderationsmassnahmen erfolgen im Einklang mit dem Schweizer Datenschutzgesetz (DSG) und, soweit anwendbar, der EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO).

  • Nur befugtes Personal hat Zugang zu Moderationswerkzeugen.
  • KYC-Daten werden extern verarbeitet und nicht mit anderen Nutzern geteilt. Jede Person hat nach DSG/DSGVO das Recht auf Einsicht in ihre eigenen Daten.
  • Sensible Daten werden nie öffentlich angezeigt.
  • Moderationsprotokolle bleiben vertraulich, ausser es besteht eine gesetzliche Offenlegungspflicht.

 

Ausführliche Informationen stehen in der Datenschutzerklärung.

 

Verantwortlichkeit

Die Verantwortung für diese Richtlinie liegt bei:

  • dem Verwaltungsrat der G-IT AG (Governance)
  • dem Head of Security (operative Aufsicht und Durchsetzung)
  • dem Compliance Officer (rechtliche Standards und Berichterstattung)

 

Regelmässige interne Berichte dokumentieren Anzahl entfernter Inhalte, Kategorien der Verstösse, Eskalationen an Behörden sowie Verbesserungsmassnahmen.

 

Überprüfung und Aktualisierung

Die Richtlinie wird mindestens einmal jährlich überprüft, bei Einführung neuer Plattformfunktionen, bei Änderungen rechtlicher Rahmenbedingungen oder bei neuen Erkenntnissen aus der Moderationspraxis.

 

Kontakt

Für Fragen zu dieser Richtlinie:

Meldungen: abuse@gingr.ch
Support: support@gingr.ch
Help Center: gingr.ch/de/info

 

Herausgeber: Safety & Compliance Unit, G-IT AG
Version 1.4, Stand: April 2026

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Gingr Switzerland G-IT AG Birkenstrasse 47 6343 Rotkreuz SwitzerlandEmail: info@gingr.ch