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Handjob: Techniken, Varianten und was wirklich zählt

Veröffentlicht vonMia Laurent

Ein guter Handjob hängt an zwei Dingen: genug Gleitmittel und laufender Rückmeldung. Das klingt banal, und trotzdem hapert es in der Praxis erstaunlich oft genau daran. Hier liest du, was einen Handjob gut macht, welches Gleitmittel wofür taugt und wie sicher die Praxis ist.

 

 

Was ist ein Handjob?

Ein Handjob ist die Stimulation des Penis mit der Hand, bis zum Orgasmus oder als Teil eines längeren Treffens. Im deutschsprachigen Raum, vor allem in Massage-Studios, heisst dieselbe Leistung auch Handentspannung. Viele sehen im Handjob eine Vorstufe, oder einen Ersatz, wenn anderes gerade nicht geht. Damit tut man ihm unrecht. Er hat eine eigene Technik und ein eigenes Tempo, und er kommt ganz ohne Penetration aus. Dazu gehört er zu den Praktiken mit dem geringsten Infektionsrisiko. Nicht wenige Kunden buchen ihn deshalb gezielt und nicht als Beigabe.


→ Handjob im Glossar

 

 

Was macht einen guten Handjob aus?

Vor allem Gleitmittel und Aufmerksamkeit. Alles andere ist Technik, und die passt in sieben Punkte:

 

  1. Gleitmittel von Anfang an. Auf trockener Haut reibt es, und nach ein paar Minuten brennt es. Deshalb nachlegen, bevor es trocken wird, und nicht erst, wenn es schon zu spät ist.
  2. Rhythmus vor Tempo. Ein gleichmässiger Takt bringt mehr als Geschwindigkeit. Wer schneller wird, sobald es gut läuft, macht meistens genau das kaputt, was gerade funktioniert.
  3. Druck erfragen statt raten. Fester oder sanfter? Die Frage dauert zwei Sekunden und spart zehn Minuten Ausprobieren. Mit steigender Erregung ändert sich die Antwort oft, also später ruhig noch einmal fragen.
  4. Das Frenulum kennen. Das Bändchen an der Unterseite, direkt unter der Eichel, ist bei den meisten Männern die empfindlichste Stelle. Wenig Druck dort bewirkt mehr als viel Druck am Schaft.
  5. Auf die Vorhaut achten. Ist sie da, lässt sich die Haut über die Eichel bewegen, und das dämpft den Reiz. Bei beschnittenen Männern wird direkter Kontakt mit der Eichel schnell zu intensiv, und es braucht mehr Gleitmittel.
  6. Reaktionen lesen. Wird die Atmung flacher und das Becken unruhig, genau so weitermachen wie bisher. Nicht schneller und nicht fester, auch wenn es in dem Moment verlockend ist.
  7. Die zweite Hand nicht vergessen. Hoden, Damm, Oberschenkel, Bauch: Was sie macht, entscheidet oft mehr über die Qualität als die Hand am Penis.


Was in fast jeder Anleitung fehlt, ist das Ende. Direkt nach dem Orgasmus ist die Eichel eine Weile überempfindlich. Wer dann im selben Takt weitermacht, verdirbt einen eigentlich guten Abschluss. Besser die Hand ruhig liegen lassen oder wegnehmen. Und zur Hygiene braucht es nicht viel, gewaschene Hände und kurze, glatte Nägel reichen.

 

 

Welches Gleitmittel eignet sich?

Am besten eines auf Wasser- oder Silikonbasis. Öl geht auch, aber nur, solange kein Latexkondom im Spiel ist. So unterscheiden sich die drei Grundtypen:

 

  • Wasserbasis: lässt sich leicht abwaschen und verträgt sich mit Kondomen, trocknet aber schneller an. Ein paar Tropfen Wasser, und es gleitet wieder.
  • Silikonbasis: bleibt am längsten gleitfähig und ist ebenfalls kondomverträglich. Dafür geht es schwerer ab.
  • Ölbasis: angenehm bei Massagen, greift aber Latex an. Zusammen mit einem Latexkondom ungeeignet.


Beim Öl ist die Aids-Hilfe Schweiz unmissverständlich: Fettige oder ölige Mittel machen Latexkondome durchlässig, auch wenn man keinen Schaden sieht. Das gilt genauso für Handcreme, Bodylotion und Vaseline. Wichtig wird das, wenn nach einem Handjob mit Massageöl noch etwas mit Kondom folgt. Dann Hände und Haut vorher gründlich vom Öl befreien, oder von Anfang an ein Gleitmittel auf Silikonbasis nehmen.

 

 

Wie sagst du, was dir gefällt?

Am besten kurz und konkret. Eine erfahrene Escort fragt von sich aus nach Druck und Tempo. Tut sie es nicht, genügt ein Wort: «fester». Oder: «so bleiben». Das nimmt dir niemand übel, im Gegenteil, der Handjob wird dadurch sofort besser. Schwierig wird es erst, wenn du gar nichts sagst. Dann bekommst du eine Technik, die bei den meisten funktioniert, aber nicht unbedingt bei dir.

 

Einiges lässt sich schon vor dem Treffen klären, zum Beispiel ob du beschnitten bist, ob du ein bestimmtes Gleitmittel nicht verträgst oder ob der Handjob im Mittelpunkt stehen soll. Solche Absprachen sind üblich. Für Escorts ist das Alltag, du musst dich dafür nicht erklären.


→ Wie du Wünsche respektvoll ansprichst

 

 

Welche Varianten gibt es?

Gängig sind fünf Varianten. Sie schliessen sich nicht gegenseitig aus, oft kommen in einem Treffen mehrere zusammen.

 

  • Klassisch: eine Hand, Gleitmittel, gleichmässiger Rhythmus.
  • Beidhändig: beide Hände gegenläufig oder abwechselnd, dafür mit mehr Gleitmittel.
  • Im Massage-Ritual: als Abschluss einer erotischen Massage, mit Öl und oft Body-to-Body.
  • Hinausgezögert: Stimulation bis kurz vor den Orgasmus, dann eine Pause, und das mehrmals hintereinander.
  • Gegenseitig: beide stimulieren einander. Das gibt es nur nach Absprache und wenn die Escort es anbietet.


Die hinausgezögerte Variante stammt ursprünglich aus der Medizin. 1956 beschrieb der Urologe James Semans die Stopp-Start-Technik als Behandlung gegen vorzeitigen Samenerguss. Masters und Johnson ergänzten sie 1970 um die Squeeze-Technik, bei der kurz Druck unterhalb der Eichel ausgeübt wird. Beide Methoden finden sich bis heute in der sexualmedizinischen Fachliteratur. Beim Escort-Treffen geht es allerdings um etwas anderes, nämlich um einen Orgasmus, der später kommt und dafür intensiver ist. Das klappt nur, wenn die Escort deine Reaktionen genau liest.

 

Beim Massage-Ritual steigt die Erregung über den ganzen Körper, der Penis ist erst ganz am Schluss dran. Wer das mag, bucht in der Regel gleich die erotische Massage als eigene Leistung.


→ Erotische Massage

 

 

Wie sicher ist ein Handjob?

Was HIV betrifft, sehr sicher. Die Aids-Hilfe Schweiz nennt als sexuelle Übertragungswege Anal- und Vaginalsex ohne Kondom oder PrEP. Kontakt mit der Hand gehört nicht dazu. HIV braucht eine Schleimhaut oder eine offene Wunde, um in den Körper zu gelangen, und über intakte Haut kommt das Virus nicht hinein.

 

Ganz ohne Risiko ist ein Handjob trotzdem nicht. Herpes und HPV werden über direkten Hautkontakt übertragen, Syphilis über Kontakt mit offenen Stellen. Für die Praxis heisst das:

 

  • keine offenen Wunden an Händen oder Penis
  • keine sichtbaren Bläschen oder Warzen im Genitalbereich
  • Hände vor und nach dem Treffen waschen
  • im Zweifel ein Kondom, auch beim Handjob


Welcher Schutz und welche Tests zu deiner Situation passen, findest du mit dem Safer-Sex-Check auf lovelife.ch heraus. Dahinter stehen das Bundesamt für Gesundheit, die Aids-Hilfe Schweiz und Sexuelle Gesundheit Schweiz.


→ Safer-Sex-Standards

 

 

Handjob vom Profi: der Unterschied

Der grösste Unterschied liegt in Erfahrung und Zeit. Eine Escort, die den Handjob als eigene Leistung anbietet, hat das schon hundertfach gemacht. Sie hört am Atem, ob sie weitermachen oder kurz pausieren sollte, und fragt nach dem Druck, ohne dass es peinlich wird. Meist hat sie auch einen festen Ablauf: erst ankommen, dann Berührungen am ganzen Körper, und erst danach geht es gezielt zur Sache.

 

Dazu kommt, dass kein Leistungsdruck da ist. Du musst weder etwas zurückgeben noch lange durchhalten. Das Treffen dreht sich um dich, Gleitmittel und Handtücher liegen schon bereit. Genau deshalb buchen viele Kunden den Handjob gezielt. Was eine Escort anbietet, steht in ihrem Profil. Varianten wie die hinausgezögerte oder die gegenseitige sind Absprachen, die man vorher klärt.


→ Escorts, die Handjobs anbieten

 

 

Häufige Fragen

Was bedeutet Manojob?

Manojob ist Slang für Handjob. Das Wort kommt von «mano», dem spanischen und italienischen Wort für Hand. Es stammt aus der Porno-Szene, in Escort-Profilen liest man es kaum.

 

Was ist der Unterschied zwischen Handjob und erotischer Massage?

Die erotische Massage umfasst den ganzen Körper, meist mit Öl und über längere Zeit. Der Handjob kann ihr Abschluss sein. Bucht man ihn als eigene Leistung, steht er dagegen im Zentrum.

 

Kann man sich bei einem Handjob mit HIV anstecken?

Praktisch nicht. HIV wird über Schleimhäute oder offene Wunden übertragen, nicht über intakte Haut. Andere Infektionen wie Herpes oder HPV sind über Hautkontakt dagegen möglich.

 

Braucht es beim Handjob ein Kondom?

Meistens nicht. Ein HIV-Risiko gibt es praktisch keines, gegen Herpes und HPV hilft ein Kondom aber ein Stück weit. Ob eine Escort beim Handjob ein Kondom will, entscheidet sie selbst. Das gehört zu den Absprachen vor dem Treffen.

 

Was ist OWO?

OWO steht für «Oral without», also Oralsex ohne Kondom. Mit dem Handjob hat das nichts zu tun, der Begriff taucht nur oft im selben Profil auf.


→ OWO im Glossar

 

 

Zusammengefasst

  • Der Handjob ist eine Leistung für sich und mehr als eine Vorstufe.
  • Gleitmittel auf Wasser- oder Silikonbasis nehmen, Öl nie zusammen mit Latex.
  • Beim Druck lieber fragen als raten.
  • Ein HIV-Risiko gibt es praktisch keines.


Am Ende zählt vor allem, wie aufmerksam jemand ist. Das Tempo kommt weit dahinter.


→ Den Unterschied selbst erleben

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