In welchem Kanton die Nachfrage nach Escorts am höchsten ist
Wo lohnt es sich, als Escort zu arbeiten? Die meisten entscheiden das nach Gefühl, nach dem, was Kolleginnen erzählen, oder schlicht danach, wo sie ohnehin wohnen. Seit Oktober gibt es dazu Zahlen. Die Studie zu Suchanfragen nach Escort-Services in der Schweiz hat ausgewertet, in welchem Kanton wie oft nach Escort-Begriffen gesucht wird. Ich habe sie mitgeschrieben und ziehe hier heraus, was davon für die Standortwahl taugt. Weniger, als man denkt. Aber mehr als nichts.
Wo pro Kopf am meisten gesucht wird
Vorne liegt das Tessin, und zwar deutlich. Die Studie schätzt dort 74 Suchen mit Escort-Begriffen pro 1'000 Einwohner und Monat. Danach kommen Jura mit 32, Wallis mit 28, Genf mit 27 und Waadt mit 25. Zürich steht mit 14 auf Rang 11, Appenzell Ausserrhoden bildet mit 8 das Schlusslicht. Das sind Schätzwerte, keine Messungen pro Kanton, weil Google die Regionen nur als Index ausgibt und die Studie diesen Index mit den Suchvolumen und den Einwohnerzahlen verrechnet.
Pro Kopf ist aber nur die halbe Sicht. Absolut sieht die Reihenfolge anders aus: Tessin rund 26'500 Suchen im Monat, Zürich 22'800, Waadt 21'800, Genf 14'600. Zürich hat also eine dünne Dichte und trotzdem einen grossen Markt, weil dort viele Leute wohnen. Für eine Escort ist beides relevant. Die Dichte sagt etwas darüber, wie präsent das Thema in einer Region ist. Die absolute Zahl sagt, wie viele Anfragen es überhaupt gibt.
Warum Genf zweimal vorkommt
Genf ist der Kanton, bei dem die Studie am ehrlichsten wird. Rechnet man nach dem Wohnort der Suchenden, liegt Genf mit 27 pro 1'000 auf Rang 4. Rechnet man nach den Ortsnamen, die in den Suchen stehen, springt Genf mit 49 pro 1'000 auf Rang 1 und hat mit 26'380 ortsgebundenen Escort-Suchen mehr als jeder andere Kanton. Zieht man dagegen alle Suchen ab, die aus dem grenznahen Ausland kommen könnten, fällt Genf im strengsten Szenario auf 11 und auf Rang 18.
Drei Rechnungen, drei Ränge. Ich weiss nicht, welche davon die Wirklichkeit am besten trifft, und die Studie behauptet das auch nicht. Vermutlich liegt die Wahrheit dazwischen: Genf ist ein Ort, nach dem viele suchen, und ein Teil dieser Leute wohnt in Frankreich. Das Tessin dagegen bleibt in jedem Szenario vorne, im strengsten mit 31 pro 1'000. Wer Escorts im Tessin anbietet, hat die stabilste Nachfrage im Land. Wer in Genf als Escort arbeitet, hat viel Nachfrage und viel Unsicherheit darüber, woher sie kommt.
Was die Grenze mit den Zahlen macht
Die Nachfrage wandert auch in die andere Richtung. Rund 21'000 Suchen pro Monat aus der Schweiz zielen auf Escorts im ausländischen Grenzgebiet, davon 8'670 auf Como und 6'420 auf Annemasse. Für Escorts im Tessin und in Genf heisst das: Die Konkurrenz steht nicht nur im eigenen Kanton, sondern 20 Minuten hinter der Grenze, meist zu tieferen Preisen. Die Studie misst nur, wie oft gesucht wird, nicht, wer am Ende bucht. Aber eine Suche nach Como ist eine Suche, die nicht nach Lugano ging.
Die lateinische Schweiz sucht anders
Pro Kopf sucht die lateinische Schweiz rund 2,5-mal so oft nach Escort-Begriffen wie die Deutschschweiz, im strengsten Grenzszenario noch 1,8-mal. Das heisst nicht, dass in Zürich oder Bern weniger Nachfrage besteht. Die Deutschschweiz benutzt andere Wörter. Bei Begriffen wie "escort" oder "escorte" liegen die Deutschschweizer Kantone im Google-Index bei 11 bis 19, beim Muster "sex in" plus Ortsname dagegen bei 38 bis 100, und in der lateinischen Schweiz ist es genau umgekehrt. Bei dieser Kontaktsuche kommen Zürich und Bern auf je über 120'000 Suchen im Monat.
Für die Praxis ist das wichtiger als das Kantonsranking. Eine Escort in Lausanne wird über das Wort "escorte" gefunden. Eine Escort in Winterthur wird über den Ortsnamen gefunden. Dieselbe Nachfrage, eine andere Sprache.
Wann gesucht wird
Das Jahr hat zwei Spitzen. Im Juli liegt "escort" 9 Prozent über dem Jahresmittel, "escorte" 18 Prozent. Im Dezember ist es die Kontaktsuche: "sex date" liegt dann 33 Prozent über dem Mittel. Wer Reisen plant, kann das nutzen. Wie Buchungen rund um Geschäftsreisen ablaufen, steht im Artikel zu Escorts auf Geschäftsreise in der Schweiz, und für den Januar gibt es den Beitrag zu Escorts am WEF in Davos.
Was das für die Standortwahl heisst
Weniger, als die Tabellen suggerieren. Die Studie zählt Suchen, keine Personen und keine Buchungen. Sie weiss nicht, ob hinter 74 Suchen pro 1'000 Tessinern zehn neugierige Leute stecken oder siebzig ernsthafte. Und sie misst das Angebot nicht. Ein Kanton mit hoher Nachfrage und vielen Escorts kann sich für die Einzelne schlechter anfühlen als ein Kanton mit mittlerer Nachfrage und wenig Konkurrenz. Die Preise unterscheiden sich regional ebenfalls, dazu mehr im Artikel zu Preisen festlegen als Escort.
Was die Zahlen hergeben, ist eine Korrektur des Bauchgefühls. Das Tessin ist ein grösserer Markt, als die meisten Deutschschweizer Escorts annehmen. Zürich ist pro Kopf dünner, als sein Ruf vermuten lässt. Und wer in der Deutschschweiz arbeitet, sollte sein Profil auf Ortsnamen ausrichten, nicht auf das Wort Escort. Ob das am Ende mehr Begegnungen bringt, zeigt sich erst in der Praxis. Aber man fängt wenigstens nicht mehr bei null an.