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Consultori per il lavoro sessuale: aiuto nella tua regione

Pubblicato daMia Laurent
24. Agosto 2026

Fragen zur Bewilligung, Ärger mit einem Kunden, eine Steuerrechnung, die du nicht verstehst: Für all das gibt es in der Schweiz spezialisierte Beratungsstellen. Sie kosten nichts. Sie behandeln alles vertraulich. Und sie arbeiten für dich, nicht für Behörden und nicht für Plattformen. Auch nicht für uns. Hier findest du die wichtigsten Stellen, geordnet nach Region und Sprache.

 

 

Wobei helfen dir Beratungsstellen?

 

Bei fast allem, was deine Arbeit betrifft. Die meisten Stellen beraten dich zu:

 

  • rechtlichen Fragen und Bewilligungen
  • Steuern, AHV und Krankenkasse
  • Gesundheit und Tests
  • Krisen, Gewalt und Ausbeutung
  • Berufswechsel und Neuorientierung


Du brauchst dafür kein fertig formuliertes Problem. Ein ungutes Gefühl reicht. Die Grundlagen kannst du vorab bei uns nachlesen, etwa zu Steuern und AHV oder zur Bewilligung für EU-Bürgerinnen. Und wenn du ganz am Anfang stehst, zeigt dir unser Guide, wie du legal als Escort starten kannst. Für deinen konkreten Einzelfall sind aber die Stellen die bessere Adresse. Dort sitzt jemand, der deine Situation anschaut und mit dir einen Weg sucht.

 

 

Welche Stellen arbeiten schweizweit?

 

Der Dachverband ProCoRe und die Fachstelle FIZ. ProCoRe ist das nationale Netzwerk der Beratungsstellen und vertritt die Rechte von Sexarbeitenden gegenüber Politik und Behörden. Für dich am nützlichsten sind die beiden Werkzeuge des Verbands. Die App LEXI beantwortet Fragen zu Sicherheit, Gesundheit, Arbeit, Steuern und Sozialversicherungen, in zwölf Sprachen, gratis und ohne Registrierung. Du findest sie im App Store und bei Google Play. Mit Legalwork betreibt ProCoRe ausserdem ein Web-Tool, das dir je nach Kanton und Aufenthaltsstatus zeigt, welche Auflagen für dich gelten.

 

Die FIZ Fachstelle Frauenhandel und Frauenmigration berät Migrantinnen im Erotikbereich, auch trans und nonbinäre Personen. Das Team spricht sechs Sprachen und zieht bei Bedarf Dolmetscherinnen bei. Bei Ausbeutung oder Menschenhandel ist die FIZ die zentrale Anlaufstelle für Opferschutz. Ihr Sitz ist Zürich, bei Anfragen aus anderen Kantonen vermittelt sie dich an eine passende Stelle weiter.

 

 

Wer berät in deiner Region?

 

In fast jedem grösseren Kanton gibt es eine eigene Stelle. Die Übersicht:

 

RegionStelleSchwerpunktSprachen
NationalProCoReDachverband, LEXI-App, LegalworkLEXI in 12 Sprachen
NationalFIZMigrantinnen, Opferschutz6 Sprachen, Dolmetscherinnen
ZürichFlora DoraStädtische Beratung, aufsuchend, NeuorientierungDeutsch
Zürich, WinterthurIsla VictoriaWalk-in-Beratung, STI-TestsDeutsch, Material in 11 Sprachen
BernXeniaBeratung, Merkblätter zu BewilligungenMehrsprachig, u.a. Ukrainisch
BaselAlienaBeratung, Krisenhilfe, ohne TerminMehrsprachig
SolothurnLysistradaBeratung, auch für BetreiberinnenDeutsch
LuzernLISABeratung, günstige Gynäkologie mit LISAcareDeutsch
St. GallenMaria MagdalenaBeratung, gratis Tests und ImpfungenDeutsch
GenfAspasieBeratung, obligatorische InfoveranstaltungFranzösisch
WaadtFleur de PavéBeratung ohne Termin, aufsuchendFranzösisch
FreiburgGrisélidisAufsuchende Begleitung, PräventionFranzösisch
TessinPrimisOffizielle Referenzstelle, Tests, RechtItalienisch, Sprachmittlung

 

Deutschschweiz

 

Flora Dora ist die Beratungsstelle der Stadt Zürich, aufsuchend unterwegs und ausdrücklich auch für Escorts da. Dort läuft bis Ende 2027 das Projekt ROSE, das dich bei einer beruflichen Neuorientierung individuell begleitet, falls du das willst. Isla Victoria von Solidara Zürich berät in Zürich und Winterthur, mit täglichem Walk-in, anonymen STI-Tests und Beratung auch per WhatsApp. Xenia deckt den ganzen Kanton Bern ab und publiziert Merkblätter zu Bewilligungen. Das Team ist mehrsprachig und untersteht der Schweigepflicht, ohne dein Einverständnis geht nichts an Dritte.

 

Dazu kommen Aliena in Basel, wo du auch ohne Termin vorbeigehen kannst, Lysistrada in Olten, die neben Sexarbeitenden auch Betreiberinnen kleiner Studios berät, und LISA in Luzern mit Beratung zu Arbeit, Bewilligung und Steuern sowie einem günstigen gynäkologischen Angebot. Maria Magdalena in St. Gallen bietet dir über das Kantonsspital gratis und anonym Tests auf die wichtigsten Infektionen an, dazu kostenlose Impfungen gegen Hepatitis B und HPV.

 

Romandie

 

Aspasie in Genf besteht seit 1982 und wurde von Sexarbeiterinnen mitgegründet. Wenn du in Genf arbeiten willst, kommst du an Aspasie sowieso nicht vorbei: Die Informationsveranstaltung der Stelle ist Pflicht, bevor du dich bei der Polizei registrieren kannst. Fleur de Pavé in Lausanne berät dich mit oder ohne Termin, anonym, zu persönlichen, administrativen, rechtlichen und gesundheitlichen Fragen. Die beiden Vereine betreiben mit Call Me To Play zudem eine eigene, kostenlose Inseratplattform. Ja, das ist ein Konkurrenzangebot zu uns. Wir nennen es trotzdem, weil es von den Stellen selbst kommt und du wissen sollst, dass es existiert. In Freiburg sucht dich das Programm Grisélidis von Fri-Santé direkt an deinem Arbeitsort auf und begleitet dich sozial, inklusive Französischkursen.

 

Tessin

 

Primis, ein Dienst von Zonaprotetta in Lugano, ist vom Kanton offiziell als Referenzstelle für Sexarbeitende benannt. Du bekommst dort gratis und anonym HIV- und Syphilis-Schnelltests, Beratung mit Sprachmittlerinnen und auf Wunsch kommen sie direkt an deinen Arbeitsort. Bei Aufenthaltsfragen arbeitet Primis mit der Beratungsstelle Antenna MayDay zusammen.

 

 

Wo bekommst du Tests und Gesundheitsberatung?

 

Bei den regionalen Stellen und bei zwei nationalen Organisationen. Die Aids-Hilfe Schweiz koordiniert mit dem Programm APiS die aufsuchende HIV- und STI-Prävention im Sexgewerbe, umgesetzt wird sie von den regionalen Stellen. Sexuelle Gesundheit Schweiz führt ein Verzeichnis aller Beratungsangebote im Land, falls deine Region oben nicht dabei ist. Viele Stellen testen gratis oder sehr günstig, oft ohne Termin. Was beim Schutz selbst üblich ist, liest du in unserem Artikel zu Safer-Sex-Standards.

 

 

Kostet das etwas und wer erfährt davon?

 

Nein und niemand. Die Angebote sind kostenlos, finanziert über Kantone, Städte und Spenden. Die Mitarbeiterinnen unterstehen der Schweigepflicht. Ohne dein Einverständnis geht keine Information weiter, auch nicht an Behörden. Du musst weder deinen Namen nennen noch deinen Aufenthaltsstatus offenlegen.

 

Und der erste Schritt ist kleiner, als er sich anfühlt. Bei vielen Stellen gehst du einfach vorbei, ohne Termin. Manche erreichst du per WhatsApp oder SMS. Und die aufsuchenden Teams kommen ohnehin regelmässig in Studios, Salons und Clubs. Du musst also nicht mal hin, um ins Gespräch zu kommen.

 

 

Was ist der Unterschied zu Gingr Care?

 

Gingr Care ist unser eigener Support, die Beratungsstellen sind unabhängig. Bei Fragen zur Plattform, zu deinem Profil oder zu Buchungen hilft dir Gingr Care am schnellsten. Aber wir sind Partei, das gehört ehrlich gesagt. Wenn du eine neutrale Aussensicht willst, oder wenn es um ein Problem mit uns geht, dann bist du bei einer Beratungsstelle richtig. Genau dafür sind sie da. Beides hat seinen Platz, und keines ersetzt das andere.

 

 

Häufige Fragen

 

Kostet die Beratung etwas?

Nein. Alle genannten Stellen beraten kostenlos. Finanziert werden sie über Kantone, Städte und Spenden.

 

Muss ich meinen Namen nennen?

Nein. Du kannst dich anonym beraten lassen. Die Mitarbeiterinnen unterstehen der Schweigepflicht.

 

Gibt es Beratung in anderen Sprachen?

Ja. Viele Teams sind mehrsprachig oder ziehen Dolmetscherinnen bei. Die LEXI-App gibt es in zwölf Sprachen, von Spanisch über Rumänisch bis Thai.

 

Helfen die Stellen auch bei Problemen mit Kunden oder Plattformen?

Ja. Die Stellen sind unabhängig und beraten dich auch bei Konflikten mit Kunden, Studios oder Plattformen. Auch bei Problemen mit uns.

 

 

Zusammengefasst

 

  • Die Beratung kostet nichts und bleibt vertraulich.
  • Die Stellen sind unabhängig von Behörden und Plattformen.
  • In jeder Sprachregion gibt es spezialisierte Angebote.
  • Die LEXI-App beantwortet Grundfragen in zwölf Sprachen.
  • Du kannst anonym hingehen, oft ohne Termin.


Der einfachste erste Schritt: Such dir in der Tabelle die Stelle in deiner Region und ruf an. Oder lade dir LEXI herunter und lies dich in Ruhe ein.

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